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Kurzbesuch auf der Documenta 13

Fridericianum mit Occupy Camp

Ich hab lange gezögert, auf die Documenta zu fahren, da mir ein solches Großereignis nicht geeignet scheint, mir eine Vorstellung von den Problematiken moderner Kunst zu vermitteln.

Nachdem aber fast alle Bekannten dort waren, wollte ich nicht versäumen, mir wenigstens für einen Tag (Mi.,5.9.) einen eigenen Eindruck zu verschaffen . Die folgenden Zeilen sind daher unter dem Vorbehalt einer nahezu zufälligen Betrachtung einiger Documenta-Orte und -Werke zu verstehen.

Schlafzimmer im Hugenottenhaus

Das Hugenottenhaus könnte den Ansatz einer ortsbezogenen partizipativen Arbeit bilden, die bloße Rezeption ausschliesst.

Leider war davon wenig zu bemerken. Als Besucher konnte ich durch die einzelnen Zimmerfluchten mäandern, ohne von der Arbeitsweise des Projektes behelligt zu werden. Ein Zettel mit dem Hinweis: "13:00 Yoga with Yesse" reichte da nicht aus.

Als ich die kargen Schlafgemache sah, dachte ich unwillkürlich an Heraklit: "Auch hier wesen Götter an."

Hütte in der Karlsaue

Die kleinen Hütten in der Karlsaue waren zweifellos (und obendrein für einen Fan von Miniarchitektur) recht schnuckelig.

Nur machte mir der Kontrast von Hüttenäußerem und Hütteninnerem bisweilen Probleme. War der Künstler wirklich mit einem solchen Baumarktlook einverstanden? In welchen Fällen stand die Gestaltung der Hütte wirklich in Relation zu ihrem Inhalt? (Ich habe leider nicht alle gesehn.)

Gut gefallen hat mir der Raum des finnischen Künstlers Erkki Kurenniemi. Nicht nur daß hier mein erster Kontakt mit einem durchgängig medialen (medienkünstlerischen) Werk auf der Documenta stattfand. Die frühen digitalen Synthesizer von Kurenniemi haben meine Achtung und Bewunderung gefunden.

Am Schlüssigsten fand ich schließlich eine Arbeit, die gar nicht von der Documenta selbst stammte, sondern von dem dänischen Künstler Thierry Geoffroy, der sich dem Occupy Camp vor dem Fridericianum angeschlossen hatte.

I don't want to be a part of the art circus. Occupy Camp. Kassel, 5.9. 2012

Mehrere Zelte, die die Position der Documenta und die eigene Rolle als Künstler im "Kunstzirkus" in Frage stellten.

Auch wenn ich nur einen kleinen Teil der Ausstellung sah, glaube ich, daß meine Fragen zur letzten Documenta auch diesmal nicht gelöst wurden.

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